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Welche Batterietechnologien dominieren den Markt? Wie sind Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) aufgebaut, und wie steht es um ihre Sicherheit? Thomas Prohaska, Projektmanager und Batterietechnologie-Experte bei wattss, gibt im Rahmen unserer Serie «wattss-INSIDE» Expertenwissen hautnah! in einem Interview spannende Einblicke.
Nach seinem Elektrotechnik-Studium an der ETH Zürich spezialisierte er sich auf nachhaltige Energie- und Mobilitätslösungen und war als System Engineer für Traktionssysteme sowie Produktmanager für Hochvolt-Batterien tätig.


Die meisten Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) basieren heute auf Lithium-Ionen-Technologie. Besonders verbreitet sind dabei die Zellchemien LFP (Lithium-Eisenphosphat) und NMC (Nickel-Mangan-Cobalt). LFP gilt als besonders sicher, thermisch stabil und langlebig – zudem kommt sie komplett ohne Kobalt aus und ist damit aus Nachhaltigkeitssicht im Vorteil. Bei stationären Anwendungen wie BESS, wo die Energiedichte nicht so kritisch ist, ist LFP die dominante Zellchemie. NMC bleibt für besonders leistungskritische Anwendungen attraktiv wie E-Mobilität. Aus Gründen der Nachhaltigkeit wird versucht, den darin vorhandenen Kobaltanteil möglichst zu reduzieren.
Neben diesen etablierten Technologien gewinnen auch Alternativen wie Natrium-Ionen- oder Feststoffbatterien zunehmend an Relevanz. Natrium Ionen Batterien nutzen ähnliche Technologien und Herstellungsverfahren wie Lithium-Ionen-Batterien, benötigen aber keine kritischen Mineralien, sondern verwenden Natrium, das in der Natur reichlich vorhanden ist und sie zu einer vielversprechenden Lösung für nachhaltige BESS macht.
Bei wattss setzen wir derzeit auf die bewährte LFP-Chemie, die wie erwähnt insbesondere für statische Anwendungen wie BESS stark verbreitet ist. Gleichzeitig sind wir offen für neue, innovative Technologien. Auch wenn diese heute noch teurer als LFP sind, glauben wir an ihr Potenzial. Denn technologische Veränderungen brauchen Zeit – und wir möchten vorn dabei sein, wenn sich neue Standards durchsetzen. Wenn Sie an einer neuen Technologie arbeiten oder eine spannende Lösung anbieten, kommen Sie gerne auf uns zu – wir sind immer offen für ein Gespräch, um mögliche Anknüpfungspunkte oder Kooperationen auszuloten (lacht).
Zur Steuerung aller Energieflüsse dient ein übergeordnetes Energy Management System (EMS). Es regelt Lade- und Entladevorgänge, optimiert den Eigenverbrauch, steuert Netzunterstützungsfunktionen wie Peak Shaving oder Frequenzregulierung – und vernetzt das BESS mit anderen Erzeugern und Verbrauchern.
Wir von wattss bieten unterschiedliche Lösungen an: Von Behind-the-Meter-Systemen über AC-kompatible Komplettlösungen für das Niederspannungsnetz – bevorzugt gemeinsam mit unserem Partner Pixii – bis hin zu grossskaligen BESS-Projekten im zwei- bis dreistelligen MWh-Bereich, bei denen wir – wo immer möglich – auf europäische Komponenten setzen.
Die Sicherheit von Batteriespeichern ist heute dank ausgereifter Technologie und strenger Standards sehr hoch – vorausgesetzt, das System ist professionell ausgelegt, installiert und betrieben. Moderne Lithium-Ionen-Batterien, insbesondere mit LFP-Chemie, gelten als thermisch stabil und weniger reaktionsfreudig als frühere Zelltypen. Dennoch ist eine mehrstufige Sicherheitsarchitektur essenziell.
Ein zentrales Element ist das Batteriemanagementsystem (BMS), das jede Zelle kontinuierlich überwacht – bei kritischen Abweichungen greift es automatisch ein. Zusätzlich sorgen Brandschutzkonzepte, Temperatursensorik und Notabschaltungen dafür, dass im Ernstfall schnell reagiert werden kann. Auch das Systemdesign selbst spielt eine Rolle: Lüftung, Trennung von Batteriemodulen, Feuermelder und gasdichte Gehäuse erhöhen die Betriebssicherheit.
Neben den technischen Aspekten sehen wir derzeit vor allem in der Projektabwicklung einige zentrale Herausforderungen. Ein wesentlicher Engpass ist aktuell die Bearbeitung von Netzanfragen. Die Netzbetreiber sind stark ausgelastet, da die Zahl der Projekte im Bereich erneuerbare Energien, Elektromobilität und Speicherlösungen stetig steigt. Das führt in vielen Fällen zu verlängerten Bearbeitungszeiten, was direkte Auswirkungen auf Projektlaufzeiten und Inbetriebnahmetermine haben kann.
Wir bei wattss reagieren darauf mit frühzeitiger Planung, enger Abstimmung mit Netzbetreibern sowie standardisierten Prozessen. Wo möglich, beziehen wir unsere Partner bereits in frühen Projektphasen mit ein – das schafft Klarheit und ermöglicht realistische Zeitpläne.
Zudem muss man die regulatorischen und politischen Rahmenbedingungen im Auge behalten – denn Speicherprojekte laufen über viele Jahre hinweg. Durch eine vorausschauende Planung und flexible Konzepte stellen wir sicher, dass unsere Systeme auch langfristig erfolgreich betrieben werden können.
Eine spannende Perspektive! Vielen Dank, Thomas, für dieses aufschlussreiche Gespräch. Und an alle Zuhörer und Leser: Bleiben Sie informiert über die neuesten Entwicklungen im Bereich der Energiespeicherung – besuchen Sie unsere Website für weitere spannende Inhalte!
Die Zukunft der Energieversorgung wird entscheidend von effizienten und sicheren Batteriespeichern geprägt. Unser Gespräch mit Thomas Prohaska hat verdeutlicht, wie wichtig die richtige Technologieauswahl, ein durchdachter Systemaufbau und höchste Sicherheitsstandards für den erfolgreichen Einsatz von BESS sind.
Bei wattss setzen wir auf bewährte Lösungen, bleiben aber stets offen für Innovationen. Sie arbeiten an neuen Technologien oder suchen einen starken Partner für Ihr Energiespeicherprojekt? Dann lassen Sie uns ins Gespräch kommen!
Bleiben Sie auf dem Laufenden und entdecken Sie weitere spannende Insights: beratung@wattss.ch oder +41 58 590 20 50.
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